FORUM GESUNDHEIT

                     74. Medizinischer Bürgerdialog 

                In Bad Homburg  am 18.Mai 2015

                         Künstliche Gelenke

 

Ein neues Gelenk bedeutet Arbeit

20.05.2015

Von Gabriele Calvo Henning

Beikünstlichen Gelenken ist ein gezieltes Bewegungstraining vor und nach einerOperation für den Erfolg entscheidend. Das ist eine Botschaft, die die Expertenbeim 74. Medizinischen Bürgerdialog weitergegeben haben. Mehr als 200 Besucherhörten ihren Ausführungen zum Thema „Künstliche Gelenke – Nutzen und Risiken“zu und stellten anschließend Fragen zu möglichen Operationsmethoden undTherapien.

 

„Welcherdieser beiden an Arthrose leidenden Patienten kommt eher für ein künstlichesGelenk in Betracht?“, fragte der in Bad Homburg niedergelassene Orthopäde undUnfallchirurg Dr. Jan Wolff die mehr als 200 Besucher des 74. MedizinischenBürgerdialogs, einer Initiative der Hochtaunus-Kliniken und der Kur- undKongreß- GmbH, am Montagabend im Kurhaus. Angesichts der gezeigtenRöntgenaufnahmen stimmte die Mehrheit per Handzeichen für dasjenige Gelenk, beidem der Knorpel vollständig abgerieben war. Die überraschende Antwort des Mediziners:„Ich weiß es selbst nicht.“

Denn, soWolff, bei der medizinischen Abwägung seien nicht so sehr die Röntgenaufnahmenausschlaggebend, sondern der individuelle Leidensdruck, unter dem der Patientdurch Schmerzen und Bewegungsprobleme stehe. Deshalb, so sein Umkehrschluss,komme erst einmal jeder, dessen Gelenke verschlissen seien, für eine Operationin Frage, unabhängig vom Alter. Die letzte Entscheidung liege beim Patientenselbst.

Da konnteihm der zweite Experte des Abends, Dr. Matthias Neitzel, der für denkurzfristig verhinderten Chefarzt Prof. Dr. Matthias Hansen eingesprungen war,nur zustimmen. Der Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an denHochtaunus-Kliniken machte deutlich, dass man bei einer fortgeschrittenenArthrose mit konservativen Methoden wie Schmerztherapie oder Krankengymnastik„schnell mit dem Rücken zur Wand“ stehe.

DieTransplantation von gezüchteten Knorpelzellen in das Gelenk sei zwar eineMöglichkeit, eigne sich aber nur für jüngere Patienten. Gelenkspritzen mitverschiedenen entzündungs- und schmerzhemmenden oder auch abdämpfendenSubstanzen könnten genauso wie die Therapie mit Eigenblut oder auchRöntgenbestrahlung gerade am Anfang einer Arthrose helfen und eine OP womöglichhinauszögern. Das alles müsse jedoch individuell und zusammen mit erfahrenenFachärzten abgeklärt werden.

Dazu gehöre auch die Abwägung zwischen dem Nutzenund den möglichen Risiken einer OP, wie beispielsweise einem bakteriellenInfekt oder einer schmerzhaften Verrenkung. Insgesamt jedoch, da waren sich

diebeiden Mediziner einig, sei die Entwicklung sowohl bei den Materialien als auchbei den Operationsmethoden in den vergangenen Jahren sehr gut vorangekommen.Die nötigen Gewebeverletzungen konnten weiter minimiert werden, dieVerträglichkeit der Implantate sei gut. Diese würden heute bis zu 20 Jahrenhalten. Bei künstlichen Hüften, so Wolff, würde er sogar von einer Standzeitvon deutlich über 30 Jahren ausgehen.

Auf dervon der Taunus Zeitung präsentierten und von der Agentur medandmore organisiertenVeranstaltung, die von Gerd Thomas souverän moderiert wurde, war auch die Zeitnach einer Gelenk-OP Thema. Dabei sei, das machte die Bad HomburgerDiplom-Physiotherapeutin Ute Hornung-Paukner eindrücklich klar, die früheMobilisierung mit Sitz- und Gehübungen noch in der Klinik extrem wichtig. Umschließlich ein Höchstmaß an schmerzfreier Beweglichkeit zu erreichen, komme esin der anschließenden Physiotherapie vor allem auf den Fleiß der Patienten an.Sich in eine bewegungsarme Schonhaltung zu begeben, sei der falsche Weg. Nebengezieltem Muskeltraining, Gleichgewichts- und Koordinationsübungen sei einregelmäßiges Sportprogramm wie Wassergymnastik, leichtes Radfahren oder NordicWalking angezeigt.

DiePhysiotherapeutin würde sich außerdem wünschen, dass die Patienten schon vorder OP ihren Körper mit gezielten Übungen stärken. Das würde sowohl denHeilungsverlauf als auch den Start in ein mobiles Leben mit dem Implantat positiv beeinflussen. „Ein neues Gelenk“, sagte Hornung-Paukner, „bedeutetsowohl vor als auch nach der Operation Arbeit für den Patienten – aber sielohnt sich!“


 


 

 

 U.Hornung-Paukner


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